Vorbericht: FC Arsenal London – FC Bayern München

16. Februar 2014 | Vorberichte


Am kommenden Mittwoch ist wieder Champions-League-Zeit. Zum Achtelfinal-Hinspiel des Europapokals ist der FC Bayern zu Gast im Emirates Stadium bei Arsenal London mit den deutschen Nationalspielern Mesut Özil, Per Mertesacker, Lukas Podolski und Serge Gnabry. Das Spiel wird sicherlich nicht mit den letzten Bundesligabegegnungen oder dem Pokalspiel beim HSV zu vergleichen sein, dafür ist Arsenal ein anderes Kaliber. Bereits in der Vorsaison gab es dieses Aufeinanderteffen ebenfalls in der Runde der letzten 16 Teams und man kam nur durch die Auswärtstore-Regelung eine Runde weiter. Das Hinspiel in London gewann man damals mit 3:1 und fühlte sich bereits so gut wie sicher in der nächsten Runde. Im Rückspiel in München kassierte man dann allerdings eine verdiente 0:2-Niederlage und musste dieses Ergebnis am Ende sogar noch über die Zeit zittern. Die Londoner setzten unseren Jungs in der vergangenen Champions-League-Saison von allen Mannschaften definitiv am meisten zu und auch dieses Jahr wird es kein Spaziergang werden. Tendenziell ist Arsenal in dieser Saison eher noch stärker einzuschätzen als im Vorjahr.

Der FC Arsenal unter der Lupe

Am Anfang der Premier League Spielzeit führte Arsenal etwas überraschend die Tabelle der höchsten englischen Spielklasse souverän an. Der neu verpflichtete Deutsche Mesut Özil schlug wie eine Bombe ein und wurde schnell zum gefeierten Helden und Symbol der wiederauferstandenen Gunners. Erinnerungen an die alten glorreichen Zeiten am Highbury wurden wach. In der Rückrunde konnte man das Niveau aus der ersten Hälfte der Saison bisher nicht mehr zu 100 Prozent halten und kassierte auch die ein oder andere Niederlage. So musste man die Tabellenführungen zwischenzeitlich an den FC Liverpool, Manchester City und nun an den FC Chelsea abgeben. Von den letzten vier Ligaspielen konnte das Team von Trainerlegende Arsene Wenger nur eines gewinnen – mit 2:0 gegen die abstiegsbedrohte Truppe von Crystal Palace. Der erschütterndste Tiefpunkt der letzten Tage dürfte wohl die 5:1 Niederlage beim FC Liverpool gewesen sein, als man bereits nach 20 Minute mit 4:0 zurücklag. Heute traf man wieder auf Liverpool, dieses Mal im englischen FA-Cup. Hier gewann man das Spiel mit 2:1 (1 Treffer durch Podolski) und konnte sich wenigstens ein wenig für die peinliche Schmach in der Liga revanchieren.
Doch auch wenn die Gunners in den letzten Spiele nicht immer glänzen konnten, stehen sie nach wie vor auf Platz 2 der Premier League und haben schon oft bewiesen, dass sie ihre Formkrise innerhalb eines Spieles überwinden können.

Hui in der Offensive, pfui in der Abwehr

Zugegeben, diese Aussage klingt nun vielleicht ein wenig überspitzt, aber die Stärke der Londoner ist eindeutig das Offensivsspiel. So gibt es jede Menge blitzschnelle Spieler in den Offensivreihen, die den Gegner förmlich überrennen können. Mit Özil, der das Gehirn des Arsenal-Spieles ist, verfügt Wenger seit dieser Saison zudem über einen Weltklassespieler, der gezielt Lücken in der gegnerischen Abwehr sucht, die Bälle geschickt verteilt und darüber hinaus auch selbst torgefährlich ist. So konnte er in dieser Saison schon jede Menge Assists und Scorerpunkte einsammeln. Auch auf den Spanier Cazorla, der sich mit seinen Fähigkeiten ebenfalls nicht vor dem Gegner verstecken braucht, sollte man auf der Hut sein.

Die Abwehr der Londoner hingegen lässt sich nicht mit denen anderer Topvereine in der Champions-League vergleichen. Hier offenbaren sich deutliche Schwächen. Mit den beiden Innenverteidigern Mertesacker (Abwehrchef) und Koscielny ist Arsenal gegen temporeiche Angriffe des Gegners anfällig. Beiden fehlt es an Schnelligkeit, was dazu führt, dass die Gunners bei schnellen gegnerischen Angriffen schlichtweg überrollt werden. Das belegen die Niederlagen gegen Manchester City (3:6) und Liverpool (1:5). Arsenals Stärke in der Offensive ist gleichzeitig ihre Schwäche in der Defensive. Auch auf den Außenverteidiger-Positionen verfügt Trainer und Teamchef Wenger nicht über das ganz große internationale Spitzenniveau. Auf der rechten Außenposition spielen mal der Engländer Gibbs, der in der Nationalmannschaft keine Rolle spielt oder der Spanier Monreal (Ergänzungsspieler in Spanien). Als Linksverteidiger ist der 30-jährige Sagna gesetzt, der mittlerweile auch an Antrittsschnelligkeit verloren hat und dessen Stärken sowieso eher in der Offensive liegen.

Wenn es unserem Team gelingt in der Defensive gut und sicher zu stehen und das in den letzten Spielen gezeigte schnelle Kombinationsspiel aufzuziehen, dann hat der FC Bayern gute Chancen sich in London eine vielversprechende Ausgangsposition für das Rückspiel zu sichern. Wenn man Özil und Cazorla aus dem Spiel nimmt, ist Arsenals Offensivspiel so gut wie abgeschaltet. Verzichten muss unser Coach Pep Guardiola leider auf den verletzten Franck Ribery und auch der mögliche Ersatzmann Shaqiri, der gestern einen Doppelpack erzielte, zog sich beim Freiburg-Spiel einen Muskelfaserriss zu und fällt rund zwei Wochen aus.

Update 19.02. 19:47 Uhr:
Soeben wurde die Aufstellung bekanntgegeben, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte:

Neuer – Lahm, Dante, Boateng, Alaba – Martinez – Robben, Kroos, Thiago, Götze – Mandzukic

Freuen wir uns auf ein hoffentlich erfolgreiches Spiel unserer Bayern in London. Welches Ergebnis würdet ihr tippen? Schreibt es in die Kommentare!

Mia san mia.


2 Kommentare zu “Vorbericht: FC Arsenal London – FC Bayern München

  1. Thomas

    Ich tippe auf ein 1:1, erhoffe mir aber ein 2:1 unserer Jungs :-) Und wenn sie -wider Erwarten- doch 1:2 verlieren sollten, dann geht die Welt auch nicht unter! Im Rückspiel würde diese Niederlage wettgemacht werden können.

    Wenn alles paßt und unser Team hochkonzentriert spielt (keine Konter fangen!), dann ist auch eine Gala wie gegen Manchester City möglich. Eigentlich müßte jeder bis unter die Haarspitzen motiviert sein. – Ein bißchen bange ist mir vor Leichtsinnigkeiten von Dante. Der war in einigen BL-Spielen etwas “wackelig”.

    Ansonsten vertraue ich voll und ganz auf Pep Guariola. Der ist taktisch so großartig, daß er unsere Spieler schon richtig “gebrieft” hat. (Bin gespannt, ob Mandzu im Sturm spielt.)

    Zuguterletzt: Das 0:2 damals war der Ausrutscher einer B-Elf, die sich schon zu sicher war.

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    1. Simon Autor

      Ich stimme dir da voll und ganz zu. Auch ich könnte zur Not mit einer 1:2 Niederlage leben, obwohl ich ehrlich gesagt davon überzeugt bin, dass wir das Spiel heute Abend gewinnen oder zumindest eine Unentschieden holen werden.

      Pep wird sicherlich die richtigen Worte finden und die Mannschaft perfekt auf das Spiel einstimmen. Persönlich hoffe ich, dass er Mandzu von Beginn an spielen lässt – ich mag keine Aufstellung ohne echten Stürmer…

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